Methode

Die Rhythmische Massage Therapie ist eine manualtherapeutische Behandlungsmethode. Sie basiert auf den komplementärmedizinischen Grundlagen anthroposophischer Konzepte.

 

Charakteristik

Die Therapeutinnen und Therapeuten für Rhythmische Massage Therapie arbeiten in eigener Praxis oder in Institutionen des Gesundheitswesens. Sie setzen ihre körperzentrierten Behandlungsmethoden zur Stärkung der Lebenskräfte und Ressourcen durch grossflächig rhythmisierende oder tiefere Gewebeschichten lösende Grifftechniken ein.

Die Grundgriffe Effleurage, Kneten, Friktion, Walken werden differenziert rhythmisch ausgeführt. Das belebend Rhythmische findet sich sowohl in den Massagegriffen, als auch in der Behandlungsabfolge und wird unterstützt durch eine leicht saugende rhythmische Griffqualität die das Gewebe von der Tiefe zur Peripherie hin löst. Situationsbezogen wird kräftig bis zart, punktuell bis flächig oder langsam bis schnell gearbeitet. Qualitäten sind beispielsweise bindend, lösend, atmend, entspannend, durchwärmend, belebend. Die Lemniskate, mit ihren verschiedensten Abwandlungen, ist eines der Hauptelemente der Rhythmischen Massage Therapie und zeichnet mit ihrer Form der Acht die Urform des Lebendigen nach. Verschiedene Organeinreibungen ergänzen und vertiefen die Behandlung.

Je nach Krankheitsbild werden während einer Behandlung verschiedene Körperregionen massiert. Sie beschränkt sich nicht auf den Ort der Erkrankung. Die Behandlung wird zeitlich individuell gestaltet, in der Regel wird an und mit der liegenden, teilweise entkleideten Klientin direkt auf der Haut gearbeitet, eine Behandlung in sitzender Position ist möglich.

In der Nachruhe entsteht der notwendige Raum für die Reaktionen des Organismus, in welchen sich das Weiterwirken und Abklingen der Anregungen durch die Behandlung zeigt.

Das Behandlungsanliegen der Klientin bildet die Grundlage zur Formulierung der Therapieziele und für den Prozessverlauf.

 

Hintergrund

Ausgehend von vier differenzierten Kräfteströmen und von dreigliedrig organisierten Körperfunktionen, die in einer homöostatischen Wechselwirkung zueinander stehen, kam der Mitbegründer der Anthroposophischen Medizin, Dr. Rudolf Steiner zu einem eigenständigen Verständnis von Lebensprozessen, bzw. von Gesundheit und Krankheit als individuellem Geschehen.

Die Kräfteströme nannte er Wesensglieder. Es sind die physisch-belebten (Physischer Leib, Ätherleib) und die seelisch-geistigen Anteile (Astralleib, Ich) die zusammen mit den drei unterschiedlichen Funktionssystemen im Organismus, dem Nerven-Sinnes-System, dem Rhythmischen System und dem Stoffwechsel-Gliedmassen eine Ganzheit bilden.

 

Wirkungen

Die Wirkung der Rhythmischen Massage Therapie zeigt sich körperlich vor allem in Modifikationen rhythmischer Prozesse: Die Atmung vertieft sich, die Herz-Kreislauf-Tätigkeit sowie der Wach-Schlaf-Rhythmus regulieren sich neu; die inneren Organe und das vegetative Nervensystem werden angeregt und der Lymphstrom über das Unterhautgewebe rhythmisiert und stimuliert. Diese Vorgänge sind Indikatoren für verstärkte Lebenskräfte. Auf der psychischen Ebene reguliert sich die Körperwahrnehmung und das Körperbild neu und unterstützt die Genesungskompetenz. Rhythmische Massage Therapie ist ein intensives Sinneserlebnis, die Klientin erlebt sich anders oder neu. Sie fühlt sich durch den Behandlungsprozess im Körper gestützt.